Kulturausflug

125 Jahre Historische Stadthalle

Ein Blick hinter die Kulissen: Beim Besuch unseren Besuch tauchten rund 80 Gäste tief in die Geschichte und Gegenwart der Historischen Stadthalle ein – mit spannenden Einblicken, überraschenden Anekdoten und einem Blick in verborgene Räume eines der schönsten Konzerthäuser Europas.

Am 20. März 2025 trafen sich rund 70 Mitglieder und Gäste von wuppertalaktiv zu einer besonderen Führung durch die Historische Stadthalle Wuppertal, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feiert. Antje Lieser von wuppertalaktiv und Silke Asbeck, Geschäftsführerin der Stadthalle, begrüßten die Teilnehmer herzlich in den prachtvollen Räumlichkeiten des Hauses.​

Die Historische Stadthalle Wuppertal blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden ist. Erbaut zwischen 1896 und 1900 im Stil der Neorenaissance. Eingeweiht mit einem dreitägigen Musikfest, bei dem unter anderem der junge Richard Strauss dirigierte, entwickelte sich die Stadthalle schnell zu einem Zentrum für Konzerte, Messen und gesellschaftliche Ereignisse.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadthalle als Lazarett zweckentfremdet, um verwundete Soldaten zu versorgen. Trotz der Zerstörungen, die Wuppertal in beiden Weltkriegen erlitt, blieb die Stadthalle wie durch ein Wunder weitgehend unbeschädigt. ​In den 1950er Jahren spiegelte sich der Zeitgeist in einer umfassenden Umgestaltung wider. Die einst prächtigen Verzierungen und Malereien wurden entfernt, die Säulen eckig umbaut, und eine einheitliche, graue Farbgebung dominierte das Innere. 

Erst zwischen 1991 und 1995 wurde die Stadthalle aufwendig restauriert und in ihrer ursprünglichen Pracht wiederhergestellt. Seitdem erstrahlt sie wieder in historischem Glanz und zählt zu den besten Konzertsälen Europas. Renommierte Künstler wie Sir Simon Rattle loben die hervorragende Akustik des Großen Saals. Wissenschaftliche Studien bestätigen seine exzellenten akustischen Eigenschaften

Die Rolle von Mäzenen war und ist für die Stadthalle von großer Bedeutung. Ein Beispiel: Dank einer großzügigen Spende der Familie Mittelsten Scheid konnte 1996 eine neue Konzertorgel von der westfälischen Orgelbaufirma Siegfried Sauer aus Höxter gebaut werden. Diese Orgel wird regelmäßig für Konzerte genutzt und ist ein zentraler Bestandteil des musikalischen Lebens in der Stadthalle. So finden beispielsweise die "Wuppertaler Orgeltage" statt, bei denen namhafte Organisten das Instrument zum Klingen bringen. Die Konzertorgel der Historischen Stadthalle Wuppertal verbindet somit historische Tradition mit moderner Technik und trägt wesentlich zur kulturellen Vielfalt der Stadt bei.

Während der Einführung gab Silke Asbeck auch amüsante Anekdoten zum Besten. So gab es bei der Sanierung für die Frauenfiguren im Deckengewölbe keine Vorlagen. Kurzerhand griffen die Bildhauer zu aktuellen Playboy-Ausgaben, um die perfekte weibliche Form in 3D zu inszenieren.

Nach der Einleitung wurden die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt und erhielten einen intensiven Blick hinter die Kulissen bzw auch über die Kulissen. Besonders beeindruckend war nämlich die Besichtigung des Dachgeschosses, in dem die gesamte Technik und Hydraulik für den großen Saal und die Bühne untergebracht ist. Auch die Räume hinter der Bühne wurden besichtigt, wie z.B. das Dirigentenzimmer, in dem Patrick Hahn persönlich seinen Frack und sein Oberhemd bügelt, um sich mental auf seinen Auftritt vorzubereiten.

Ein weiteres Highlight war die Führung durch die Großküche sowie die Catering- und Lagerräume, die verdeutlichte, welcher Aufwand betrieben werden muss, um beispielsweise 3.000 Essen an einem Abend zu servieren.

Zum Abschluss tauschten die Teilnehmer ihre Eindrücke bei einem Drink und Imbiss im Restaurant Rossini aus. Dieser Ausflug bot die Möglichkeit, die Historische Stadthalle aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und ihre Bedeutung für Wuppertal noch mehr zu schätzen.​